Gesetzentwurf des Landes im Bundesrat wird begrüßt/ CDU soll ablehnende Haltung endlich revidieren
„Die Argumente der CDU/CSU und Arbeitgebervertreter, Mindestlöhne vernichteten Arbeitsplätze sind dummes Gerede. In 20 von 27 EU-Ländern haben sich Mindestlöhne längst etabliert, ohne dass dies zu einem Abbau von Arbeitsplätzen geführt habe.“
Die Bundesratsinitiative der rheinland-pfälzischen Landesregierung zur
Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns sei
notwendig und richtig, sagte der rheinland-pfälzische
DGB-Landesvorsitzende, Dietmar Muscheid, heute in Mainz.
Der Gesetzentwurf der rheinland-pfälzischen Landesregierung sowie zwei
weitere Anträge zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von
Berlin und Bremen werden heute in der ersten Bundesratssitzung nach der
Sommerpause vorgestellt.
Muscheid: „Ein gesetzlicher Mindestlohn schützt nicht nur Arbeitnehmer
vor menschenunwürdigen Niedrigstlöhnen, sondern stärkt auch
Unternehmer, die sich nicht einem gnadenlosen Lohndumping-Wettbewerb
aussetzen wollen oder können.“
Muscheid kritisierte scharf, dass die Union angekündigt habe, sich im
Plenum des Bundesrates zu dem Thema nicht äußern zu wollen. Er warf der
Union vor, die Lebensbedingungen von mehr als 2,5 Mio. Menschen im Land
zu ignorieren, die zum Teil Löhne erhalten, die der Hälfte des
Durchschnittseinkommens entsprechen. Ganz zu schweigen von den mehr als
600.000 Vollzeitbeschäftigten, die zusätzlich zu ihrem Erwerbseinkommen
ALG II erhalten.
Muscheid: „Die Argumente der CDU/CSU und Arbeitgebervertreter,
Mindestlöhne vernichteten Arbeitsplätze sind dummes Gerede. In 20 von
27 EU-Ländern haben sich Mindestlöhne längst etabliert, ohne dass dies
zu einem Abbau von Arbeitsplätzen geführt habe.“
Der DGB appelliert daher an die CDU/CSU, insbesondere die
rheinland-pfälzische CDU, endlich über den eigenen Schatten zu
springen, und einen guten Lösungsansatz zu unterstützen, anstatt sich
mit parteipolitischen Grabenkämpfen zu verzetteln.