Arbeitsvertrag: 12 Klauseln, die du vor der Unterschrift prüfen solltest (und welche du ablehnen solltest)
Du hast ein Jobangebot in der Hand, die Stimmung ist gut, vielleicht sogar richtig euphorisch… und dann liegt er da : der Arbeitsvertrag. Mehrere Seiten, Kleingedrucktes, komische Formulierungen. Und ganz ehrlich : Genau hier passieren die Fehler, die später richtig nerven. Deshalb kommt hier die schnelle, praktische Checkliste : 12 Vertragsklauseln, die du vor der Unterschrift prüfen solltest – und welche du im Zweifel ablehnen (oder zumindest nachverhandeln) solltest.
Ich sag’s wie’s ist : Ein Arbeitsvertrag ist ein bisschen wie ein Kostenvoranschlag beim Umbau – du willst vorher wissen, was drinsteht, sonst wird’s hinten raus teuer. Und ja, manchmal hilft schon der Blick auf Beispiele aus anderen Bereichen, damit man das Prinzip versteht. Wenn du sehen willst, wie klar ein Angebot eigentlich sein kann, schau dir mal https://entreprise-renovation-chambery.fr an – da merkst du sofort : je konkreter, desto weniger Stress.
Hier kommt jetzt das, was du wirklich brauchst : verständlich, direkt, ohne Juristen-Deutsch. Und mit ein paar Stellen, wo ich persönlich sagen würde : Finger weg.
Arbeitsvertrag prüfen : Warum du dir die 20 Minuten wirklich nehmen solltest
Weil du mit deiner Unterschrift nicht nur „ja“ zum Job sagst, sondern zu Regeln, die später deinen Alltag bestimmen : Arbeitszeit, Geld, Urlaub, Überstunden, Kündigung, Versetzung… alles.
Und glaub mir : Die meisten merken erst nach 3 Wochen im Job, dass da irgendwo stand „Mehrarbeit ist mit dem Gehalt abgegolten“. Dann ist es zu spät für ein entspanntes Gespräch.
Mini-Regel : Wenn du eine Klausel zweimal lesen musst, ist sie wahrscheinlich nicht gut formuliert. Oder nicht gut für dich.
1) Tätigkeitsbeschreibung : Was genau sollst du eigentlich tun ?
Klingt banal, ist aber ein Klassiker. Steht da konkret „Sachbearbeitung Einkauf“ oder eher so ein Nebel-Satz wie „Einsatz nach Bedarf“?
Darauf achten :
- Ist deine Rolle klar beschrieben ?
- Gibt’s eine grobe Aufgabenliste ?
- Passt das zur Stellenanzeige ?
Rote Flagge : Wenn praktisch alles möglich ist („alle anfallenden Tätigkeiten“), kann man dich später auch easy in Aufgaben schieben, die du nie wolltest.
2) Arbeitsort & ; Versetzung : Bleibst du in Saarbrücken – oder plötzlich woanders ?
Viele denken : „Der Job ist hier im Saarland, passt.“ Und dann steht im Vertrag eine Versetzungsklausel, die dich theoretisch quer durch Deutschland schicken kann.
Checkliste :
- Steht ein fester Arbeitsort drin ?
- Gibt es mehrere Standorte ?
- Wie ist Homeoffice geregelt ?
Was ich kritisch finde : „Der Arbeitgeber kann den Arbeitsort jederzeit ändern.“ Das ist für dich einfach maximal unplanbar, vor allem mit Familie, Wohnung, Pendelweg.
3) Beginn des Arbeitsverhältnisses & ; Befristung : Startdatum, Ende, Überraschungen
Gerade bei befristeten Verträgen lohnt sich der genaue Blick. Nicht nur auf das Enddatum, sondern auch auf die Frage : Warum befristet ?
Wichtig :
- Steht klar drin, ob es ein CDI (unbefristet) oder CDD (befristet) ist ?
- Gibt es ein konkretes Enddatum ?
- Gibt es einen Sachgrund oder nicht ?
Achtung : Bei Befristungen ist oft entscheidend, ob und wie eine Verlängerung möglich ist. Wenn du da unsicher bist : lieber einmal nachfragen, bevor du unterschreibst.
4) Probezeit : Wie lange, und was heißt das praktisch ?
Probezeit ist normal. Aber sie sollte fair sein. Und vor allem : klar geregelt.
Typisch : bis zu 6 Monate Probezeit. In der Zeit gelten meist kürzere Kündigungsfristen.
Prüfen :
- Wie lang ist die Probezeit ?
- Welche Kündigungsfrist gilt in der Probezeit ?
Was ich nicht mag : extrem lange Probezeiten ohne Sinn. Das fühlt sich oft wie „Wir halten dich erstmal flexibel“ an.
5) Gehalt : Betrag, Fälligkeit, Sonderzahlungen – alles schwarz auf weiß
Bitte nicht nur „Gehalt : 3.200 €“ lesen und fertig. Die Details machen den Unterschied.
Unbedingt checken :
- Brutto oder netto ? (Es sollte brutto sein.)
- Wann wird gezahlt ? (z. B. zum Monatsende)
- Gibt es Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, Bonus ?
- Ist das freiwillig oder verbindlich ?
Rote Flagge : „Sonderzahlungen sind freiwillig und können jederzeit widerrufen werden.“ Das ist leider oft ein Code für : „Rechne lieber nicht damit.“
6) Arbeitszeit : Die Zahl ist wichtig – aber noch wichtiger ist der Rahmen
35 Stunden ? 40 Stunden ? Teilzeit ? Klingt klar. Aber dann kommt die Praxis : Meetings um 8:00, Mails um 19:30, „kurz“ am Samstag was fertig machen… du kennst das vielleicht.
Darauf schauen :
- Wöchentliche Stundenanzahl
- Gleitzeit oder feste Zeiten ?
- Pausenregelung
- Schichtarbeit ? Bereitschaft ?
Wenn du nur einen Satz mitnimmst : Arbeitszeit muss planbar sein. Sonst frisst der Job dein Privatleben auf, Stück für Stück.
7) Überstunden : Werden sie bezahlt, ausgeglichen – oder „sind sie halt drin“?
Das ist eine der wichtigsten Stellen im Vertrag. Und eine der fiesesten, wenn sie schlecht formuliert ist.
Gute Regelungen sind zum Beispiel :
- Überstunden werden bezahlt (mit Zuschlag oder normal)
- Überstunden werden durch Freizeit ausgeglichen
- Es gibt ein klares System zur Erfassung
Klauseln, die du kritisch sehen solltest :
- „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten.“
- „Erforderliche Mehrarbeit ist zu leisten.“ (ohne Grenze)
Ich find’s einfach unfair, wenn die Erwartung „immer verfügbar“ schon im Vertrag eingebaut ist, aber niemand sagt’s offen.
8) Urlaub : Wie viele Tage, und was ist mit Betriebsferien ?
Ja, es gibt gesetzliche Mindeststandards. Aber was zählt, ist : was steht in deinem Vertrag (und ggf. in der geltenden Regelung im Betrieb).
Prüfen :
- Wie viele Urlaubstage pro Jahr ?
- Gilt eine 5-Tage-Woche oder 6-Tage-Woche ?
- Gibt es Betriebsferien ?
- Wie wird Urlaub genehmigt ?
Kleiner Reality-Check : 24 Werktage Minimum heißt nicht automatisch 24 Tage bei einer 5-Tage-Woche. Das wird oft verwechselt.
9) Kündigungsfristen : Wie schnell kommst du raus – und wie schnell kann man dich loswerden ?
Das ist so ein Punkt, den man beim Unterschreiben gerne ignoriert, weil man denkt : „Ich kündige ja eh nicht.“ Und dann… naja. Manchmal kommt’s anders.
Schau nach :
- Kündigungsfrist für dich
- Kündigungsfrist für den Arbeitgeber
- Ab wann gelten längere Fristen ? (Betriebszugehörigkeit)
Rote Flagge : Wenn du länger gebunden bist als der Arbeitgeber, würde ich mindestens nachfragen, warum das so ist.
10) Wettbewerbsverbot : Darfst du nach dem Job überhaupt noch in deinem Bereich arbeiten ?
Wettbewerbsverbote können sinnvoll sein – aber sie können dich auch richtig ausbremsen. Vor allem, wenn du in einer Branche bist, wo man nicht mal eben komplett wechseln kann.
Prüfen :
- Gilt es während des Arbeitsverhältnisses oder auch danach ?
- Wie lange gilt es ?
- Welche Tätigkeiten sind betroffen ?
Ganz ehrlich : Ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot ohne fairen Ausgleich kann dich finanziell und beruflich in eine Ecke drücken. Das ist nichts, was man „mal eben“ unterschreibt.
11) Nebentätigkeit : Darfst du nebenbei was machen – oder ist alles verboten ?
Nebenjob, Mini-Job, freiberuflich was Kleines, Etsy-Shop, Musik am Wochenende… das Leben ist halt nicht immer nur „9 to 5“.
Normal ist : Nebentätigkeit ist erlaubt, aber muss angezeigt oder genehmigt werden (je nach Fall). Wichtig ist : Sie darf den Hauptjob nicht beeinträchtigen.
Vorsicht bei :
- pauschalem Verbot jeder Nebentätigkeit
- unklaren Formulierungen ohne Ausnahme
Wenn du schon weißt, dass du was nebenbei machst : sprich es vorher an. Nicht erst, wenn’s Ärger gibt.
12) Ausschlussfristen : Wenn du zu spät bist, ist dein Anspruch weg
Diese Klausel ist der heimliche Endgegner. Viele kennen sie nicht mal. Und dann wundern sie sich, warum sie Geld nicht mehr bekommen, obwohl es ihnen zusteht.
Ausschlussfrist bedeutet : Du musst Ansprüche (z. B. offene Überstunden, fehlendes Gehalt, falsche Abrechnung) innerhalb einer bestimmten Frist geltend machen – sonst verfällt es.
Check :
- Gibt es eine Ausschlussfrist im Vertrag ?
- Wie lang ist sie ? (z. B. 3 Monate)
- Gilt sie für beide Seiten ?
Ich sag’s dir : Das wirkt wie ein „Formalia“-Thema, ist aber im Streitfall richtig, richtig wichtig.
Diese Klauseln würde ich (fast immer) ablehnen oder mindestens verhandeln
Okay, jetzt Klartext. Es gibt Formulierungen, die ich persönlich extrem kritisch finde – weil sie fast immer zu Lasten der Beschäftigten gehen.
- „Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten“ (ohne klare Grenze)
- „Der Arbeitsort kann jederzeit geändert werden“ (ohne Einschränkung)
- „Alle anfallenden Tätigkeiten“ (ohne Jobprofil)
- Pauschales Nebentätigkeitsverbot
- Sehr weit gefasstes Wettbewerbsverbot (besonders nach dem Job)
- Unklare Bonus-/Prämienregelungen („freiwillig, jederzeit widerrufbar“)
Heißt nicht, dass du den Job nicht annehmen sollst. Aber : Wenn du verhandelst, dann hier.
Was du sofort tun kannst, bevor du unterschreibst (Mini-Plan)
Wenn du gerade den Vertrag offen hast und dir denkst „Okay… und jetzt ?“ – hier ein einfacher Ablauf :
- 1) Markiere alles, was du nicht sofort verstehst. Wirklich alles.
- 2) Vergleiche die Eckdaten mit dem Angebot (Gehalt, Stunden, Startdatum, Urlaub).
- 3) Achte auf die drei Stress-Killer : Überstunden, Versetzung, Ausschlussfristen.
- 4) Schreib deine Fragen als Liste (kurz, klar, ohne Rechtfertigung).
- 5) Bitte um eine schriftliche Klarstellung, wenn etwas schwammig ist.
Und ja : Du darfst dir den Vertrag mit nach Hause nehmen. Wenn jemand Druck macht („Unterschreib heute noch“), ist das selten ein gutes Zeichen.
Typische Fehler beim Arbeitsvertrag (bitte nicht machen)
- Nur das Gehalt lesen und den Rest überfliegen
- Mündliche Zusagen glauben, die nicht im Vertrag stehen
- Unklare Klauseln ignorieren, weil „wird schon passen“
- Überstundenregelung unterschätzen (die rächt sich fast immer)
- Zu spät reagieren, wenn Abrechnungen falsch sind (Stichwort Ausschlussfrist)
Ich hab schon Leute erlebt, die nach 2 Monaten gemerkt haben, dass sie faktisch jede Woche 5 Stunden verschenken. Einfach so. Das fühlt sich mies an, und das ist es auch.
FAQ: Arbeitsvertrag prüfen – die Fragen, die ständig kommen
Kann ich einen Arbeitsvertrag unterschreiben und später noch ändern lassen ?
Ändern geht grundsätzlich nur, wenn beide Seiten zustimmen. Deshalb ist es besser, kritische Punkte vorher zu klären.
Was ist wichtiger : Vertrag oder mündliche Zusage ?
Der Vertrag ist die Basis. Mündliche Zusagen sind im Alltag nett, aber wenn’s hart auf hart kommt, zählt das, was schriftlich geregelt ist.
Wie lange darf ich den Vertrag prüfen, bevor ich unterschreibe ?
Das hängt vom Arbeitgeber ab, aber ein bisschen Bedenkzeit ist normal. Wenn du Druck bekommst, frag konkret nach : „Bis wann brauchen Sie die Unterschrift ?“
Was mache ich, wenn ich eine Klausel nicht verstehe ?
Frag nach – schriftlich oder im Gespräch. Und lass dir erklären, wie es im Alltag gelebt wird. Genau da merkt man oft, ob etwas fair ist oder eher nicht.
Sind Ausschlussfristen wirklich so wichtig ?
Ja. Weil sie darüber entscheiden können, ob du Ansprüche später noch durchsetzen kannst. Das ist kein kleines Detail, das ist ziemlich entscheidend.
Fazit : Unterschreib nicht „aus Gefühl“, unterschreib mit Plan
Ein Arbeitsvertrag muss nicht perfekt sein. Aber er sollte klar, fair und planbar sein. Wenn du die 12 Punkte oben einmal durchgehst, bist du schon weiter als die meisten. Und du ersparst dir später Diskussionen, Frust und dieses miese Gefühl, über den Tisch gezogen worden zu sein.
Wenn du jetzt gerade kurz vor der Unterschrift stehst : Lies ihn nochmal. Markier die kritischen Stellen. Und stell die Fragen, die du dich vielleicht gerade noch nicht traust. Das ist dein Job, deine Zeit, dein Leben. Punkt.
